Parallel World Pharmacy Episode 6

Episode 6/12: Die Geschwister und das Meer

Die Familie de Médicis inspiziert das Gebiet, das Bruno zur Belohnung erhalten hat. Marseirre besitzt viel Küste, daher geht es natürlich auch an den Strand. Doch was als harmlose Strandepisode beginnt, zieht gefährliche Konsequenzen für Falma nach sich.

Es geht ans Meer. Während Lotte, Blanche und Elen hellauf begeistert sind, fühlt Falma sich an seine Schwester aus seinem früheren Leben erinnert. Mit ihr war er jedes Jahr am Strand und bevor sie schwerkrank wurde, versprach er ihr, nächstes Jahr mit ihr schwimmen zu gehen. Dass er dieses Versprechen nicht halten konnte, begleitet ihn bis heute. Da wird Blanche von der Strömung mitgerissen und droht zu ertrinken. Sofort stürzt Falma hinterher, doch die Strömung ist zu stark. Kurzerhand lässt er einen großen Bereich Meerwasser verschwinden, um Blanche zu retten. Es ist eine ungewöhnliche, unbekannte Magie, mit der auch Elen nichts anfangen kann. Das bleibt nicht unbemerkt. Ausgerechnet die Inquisition wird darauf aufmerksam und beschließt, den Jungen ohne Schatten zu finden und auszuschalten. Zurück zu Hause bemerkt Falma mysteriöse Kunden in weißen Kutten, die nichts kaufen. Wenig später fährt ein mit Erde und Sand beladener Wagen mit Vollkaracho in die Apotheke. Noch während der Aufräumarbeiten ruft eine junge Frau um Hilfe, weil ihr Vater zusammengebrochen ist. Doch sie führt Falma geradewegs in eine Falle.

Eigentlich mag ich Parallel World Pharmacy. Ich mag den wissenschaftlichen Ansatz und ich mag den Schwerpunkt auf Medizin. Beides ist in dieser Folge nicht vorhanden. Stattdessen erscheint geradezu aus dem Nichts mit der Inquisition ein neuer Feind. Irgendwie langweilt mich das eher. Es gäbe so viele andere Möglichkeiten, neue Konflikte für Falma zu schaffen: die Pharmazeutengilde, die ihn als Konkurrenz fürchtet oder eine generelle Debatte über Bakterien (ihre Existenz wurde einfach akzeptiert, da hätte man mehr draus machen können) zum Beispiel. Auch das Verbot der Puder in der vorigen Episode hätte man ausweiten können. Man kann die Sache mit der Inquisition natürlich auch interessant gestalten, keine Frage, meistens sind die Kirchenvertreter in solchen Anime einfach die Bösen und das ist mir zu einfach. Aber vielleicht überrascht Parallel World Pharmacy in diesem Punkt ja. Dass Falmas Magie irgendwie seltsam ist, ist ja von Anfang an thematisiert wurden und eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis das und sein fehlender Schatten Konsequenzen haben würden.

Die Rettung von Blanche weist einige Logiklöcher auf. Wie schafft Blanche es überhaupt, so weit abzutreiben? Sie ist doch gar nicht weit genug reingegangen, dass die Strömung sie erfassen kann. Sie und Lotte plantschen im niedrigen Wasser. Ich weiß, dass die Unterströmung oft unterschätzt wird und extrem gefährlich ist, aber Blanche steht maximal bis zu den Knien im Wasser und ich kann mir nicht vorstellen, dass sie viel weiter rein ist, während Falma seinen Gedanken nachhing (und Lotte ist ja auch noch da). Falmas Magie sieht gewohnt beeindruckend aus, aber müsste das umliegende Wasser nicht sofort in das entstandene Loch schwappen, um es wieder aufzufüllen? Es ist ganz langsam zurückgekommen, ja, aber irgendwie verhält Wasser sich doch anders? Oder ist hier auch Magie im Spiel? Am besten nicht zu lange drüber nachdenken.

Als es an den Strand ging, hatte ich schon die Befürchtung, es könnte zu einer klassischen (für mich) langweiligen Strandepisode werden. Das ist nicht der Fall. Tatsächlich ist die ganze Strandgeschichte sehr wichtig für Falmas Entwicklung. Denn er macht sich immer noch Gedanken wegen seiner verstorbenen Schwester aus seinem früheren Leben, was ihm umso mehr Kraft gibt, seine jetzige Schwester Blanche zu retten. Dieser Wunsch, nicht auch noch sie zu verlieren, setzt ungeahnte Kräfte frei, die Falma selbst nicht versteht. Abgesehen davon werden die weiteren Ereignisse dieser Folge einer Checkliste gleich abgearbeitet: Mysteriöse Gestalten in weißen Kutten, check, Wagen rast in die Apotheke und verwüstet alles, check, die Stammkunden erscheinen, um bei den Aufräumarbeiten zu helfen, check, Falma wird unter einem Vorwand weggelockt, check.

Es ist die bisher schlechteste Episode. Nach der ersten Hälfte am Strand reihen sich die Ereignisse schnell schnell aneinander, als müssten sie unbedingt noch in diese Folge gebracht werden, die Inquisition als neuer Konflikt erscheint nicht sehr vielversprechend und die Falle am Ende ist viel zu offensichtlich (wohin ist der Lockvogel eigentlich so schnell verschwunden? Gibt es Teleportation in dieser Welt?). Grundsätzlich geht es auch einfach viel zu wenig um Medizin, was Parallel World Pharmacy ja von anderen Isekai eigentlich abhebt.

Nervig / UnnötigCliffhanger!

6 out of 10 stars (6 / 10 verwüstete Apotheken)

© Crunchyroll

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