Uncle from Another World Episode 4

Episode 4/13: Du hast mir durch harte Zeiten geholfen

Peinliche Momente, es gibt sie zuhauf in gewissen Anime: Ins Bad schneien, während ein Mädchen sich gerade umzieht, unbeabsichtigte (oder auch beabsichtigte) Berührungen, Missverständnisse, die für peinlich berührte rote Wangen sorgen, alles schon hundertmal gesehen. Uncle from Another World nimmt sich dieser Klischees auf seine ganz eigene verrückte Weise an.

Takafumi präsentiert seinen selbst gemahlenen Kaffee und er, sein Onkel und Fujimiya sind sich einig, dass er deutlich anders schmeckt. Takafumi läuft los, um weitere Kaffeebohnen zu kaufen. In dieser Zeit verschüttet der Onkel seinen Kaffee und nutzt kurzerhand Eismagie, um Fujimiya davor zu beschützen verbrannt zu werden. Das hat den gegenteiligen Effekt, Fujimiya wird eingefroren. Selbst als er sie mittels Feuermagie wieder aufwärmt, ihre Kleider sind klatschnass. Also bleibt ihr nicht viel übrig, als zu duschen und für den Moment Kleider von Takafumi anzuziehen. Gerade als sie sich ankleidet, stürmt Takafumi ins Bad. Dieser peinliche Moment traumatisiert ihn regelrecht, dass er sogar seinen Onkel bittet, diese Erinnerung zu löschen. Auch Anekdoten aus Granbahamal bleiben nicht aus. Der Onkel präsentiert den Abend, an dem er zum ersten Mal Alkohol trank. Natürlich ist eine ganz gewisse Elfe auch wieder mit von der Partie. Als der Onkel sie darum bittet, ihn zurück ins Gasthaus zu begleiten, interpretiert sie das ganz anders, als er es meint. Denn eigentlich ist er nur zu betrunken, alleine nach Hause zu gehen.

Uncle from Another World geht erfrischend anders mit der Situation Junge-überrascht-Mädchen-im-Bad um. Es hagelt keine Ohrfeigen und Takafumi ist nur noch ein Häufchen Elend, weil er denkt, Fujimiya etwas Schlimmes angetan zu haben. Sogar seine Erinnerung daran will er löschen, damit Fujimiya sich besser fühlen kann. Doch die will das gar nicht, auch wenn ihr die ganze Sache im ersten Moment sehr peinlich war. Umso peinlicher, da sie sich just in diesem Moment ausgemalt hat, wie Takafumi sie wohl im Männerhemd oder gleich ganz unbekleidet finden würde. Takafumi checkt weiterhin nicht, dass Fujimiya auf ihn steht. Als sie ihm ein Bild von sich im Bikini schickt, will er es sogar gleich panisch löschen, weil er keinen Ärger kriegen will, weil er ein solches Bild auf dem Handy hat.

Der Onkel schießt wie üblich den Vogel ab. Er gibt Lebensweisheiten, die er im Handbuch zu Puyo Puyo aufgeschnappt hat, zum Besten, und kommuniziert mit Takafumi via Flaggen auf dem Balkon. Die arme Elfe in Granbahamal wird überhaupt nicht mehr schlau aus ihm, weil er nur widersprüchliche Signale sendet. Er selbst merkt das gar nicht, weder als er sie scheinbar auf sein Zimmer einlädt noch als er ihr helfen will, als ein vergifteter Pfeil sie trifft, indem er etwa ihr die Rüstung abnehmen will, damit sie besser atmen kann. Bei ersterem schlägt er ihr die Tür vor der Nase zu, weil er nur jemanden brauchte, der ihn, betrunken wie er ist, sicher nach Hause bringt, über letzteres sprechen wir besser nicht länger.

Auch in der Gegenwart kann man über den Onkel nur den Kopf schütteln. Takafumi kann ihn sehr effektiv mittels Games beschäftigen, damit er und Fujimiya die Episode mit der Elfe in Ruhe zu Ende gucken können. Da wirkt der Onkel fast schon wie ein Kind. Alkohol verträgt er anscheinend so gut wie keinen. Nach nicht einmal einer Dose ist er schon so dicht, dass er nicht mehr weiß, was er tut, und kurzerhand mit Takafumi und Fujimiya in den Nachthimmel fliegt. Angeblich um Fujimiya nach Hause zu bringen, doch real kreiseln sie eher ziellos durch den Himmel. Das ist einfach so bescheuert, dass es schon wieder gut ist.

In dieser Episode folgt Uncle from Another World mehr oder weniger einem festen Thema: missverständliche und peinliche Momente. Die Umsetzung ist hierbei tatsächlich mal gelungen. Obwohl mich solche Szenen in anderen Anime eher mit den Augen rollen lassen, muss ich hier tatsächlich lachen. Takafumi und sein Onkel scheinen beide ziemlich blind für die Frauen in ihrem Umfeld zu sein, denn eigentlich ist es ziemlich offensichtlich, dass Fujimiya bzw. die Elfe auf sie stehen. Da dieser Gag aber immer wieder eingesetzt wird, wird das vermutlich auch eine Weile noch so bleiben.

VerrücktWitzig

8 out of 10 stars (8 / 10 peinliche Momente)

© Netflix

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