Uncle from Another World Episode 1

Episode 1/13: Nach 17 langen Jahren bin ich endlich zurück aus der Fantasywelt von Granbahamal!

Viele Isekai schicken ihre ahnungslosen Protagonisten in fremde Fantasywelten, wo sie sich ein neues Leben aufbauen und irgendwann (meistens sehr schnell) keinen Gedanken mehr an zu Hause verschwenden. Eine Rückkehr in die gewohnte Heimatwelt ist dabei ebenso wenig vorgesehen. Uncle from Another World ist da anders. Dreh- und Angelpunkt ist der namensgebende Onkel, der nach 17 Jahren tatsächlich aus der Isekai zurückgekehrt ist.

Takafumi besucht seinen Onkel im Krankenhaus. Dieser lag 17 Jahre im Koma. Zwar ist er daraus erwacht, doch aus seinem Mund kommt nur Kauderwelsch und er behauptet, die 17 Jahre in der Welt von Granbahamal verbracht zu haben. Die gesamte Familie hält ihn mittlerweile für verrückt und auch Takafumi hat jede Hoffnung aufgegeben. Da präsentiert sein Onkel ihm Magie, die er in der Isekai gelernt hat. Das ändert Takafumis Meinung. In der Hoffnung, mit entsprechenden Videos ein Vermögen zu machen, holt er seinen Onkel zu sich. Schnell wird klar, dass sein Leben in Granbahamal keineswegs schön war. Denn man feierte ihn nicht als Held, wie es in vielen anderen Isekai der Fall ist, sondern verfolgte ihn wegen seines hässlichen Gesichts als Ork (Tsukimichi: Moonlit Fantasy lässt grüßen).

Die wenigsten Isekai befassen sich mit der Rückkehr ihrer Protagonisten. Allein damit hebt Uncle from Another World sich vom Rest ab. Der Onkel muss nun in einer neuen, sehr viel moderneren Welt klar kommen. Smartphones oder Hater im Internet mit ihrer seltsamen Sprache, das ist alles noch ganz neu für ihn. Als wäre das nicht genug, erfährt er auch noch, dass SEGA keine Konsolen mehr herstellt. Dieser Schock zieht ihm regelrecht den Boden unter den Füßen weg. Um eine schräge Antwort oder eine unerwartete Zurschaustellung seiner Magie ist er dennoch nicht verlegen. Wie, der Versand kostet 2000 Yen? Onkel steht auf, geht auf den Balkon und springt. Nicht etwa in den Tod, nein, er fliegt los, um das ersteigerte Handy selbst abzuholen.

Man sollte meinen, dass man nach 17 Jahren zahlreiche spannende Geschichten über die Abenteuer in der Isekai erzählen kann. In den Erzählungen des Onkels klingt alles aber unglaublich negativ und düster. Wegen seines nicht ganz so schönen Gesichts hielt man ihn oft für einen Ork und verfolgte ihn. Selbst wenn er den Menschen helfen wollte, dankte man es ihm nicht. Den Gipfel bilden wohl hier die kleinen Jungen, die den Onkel von der Klippe schubsten. Takafumi kann alles hautnah beobachten, denn mittels Magie kann er sich die Erinnerungen wie in Videos ansehen. Das meiste, was er sieht, entsetzt ihn eher. Manchmal wegen der Dummheiten, die sein Onkel fabriziert, manchmal wegen der Bewohner von Granbahamal, die vollkommen grundlos grausam zu ihm sind.

Der Onkel bringt nützliche Fähigkeiten mit. Die Idee mit den Youtube-Videos läuft zunächst schleppend an, aber mittels Magie kann er mühelos sonstwo hin reisen, um ersteigerte Waren persönlich abzuholen und so den Versand zu sparen. In einer Art Dimensionstasche trägt er diverse Waffen und Schmuckstücke mit sich herum. Leider sind die wertvollen Ringe hierzulande kaum was wert. Doch die Dimensionstasche bringt Onkel und Neffe auf eine weitere Videoidee.

Uncle from Another World kommt ziemlich unsinnig daher (im positiven Sinne). Der Anime nimmt sich selbst nicht ernst und der Onkel überrascht immer wieder mit seinen schrägen Aktionen, wundersamen Fähigkeiten und deprimierenden Erlebnissen. Das steht im starken Kontrast zum eher trostlosen Zeichenstil und der tristen Farbgebung. Mein persönliches Highlight ist aber die Krankenschwester, die das seltsame Geplapper in der fremden Sprache ausblendet, trotzdem irgendwas antwortet und einfach ihren Job macht.

WitzigVerrückt

8 out of 10 stars (8 / 10 fremde Welten)

© Netflix

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert